Pigeon Island ist eine der bedeutendsten Stätten der Geschichte Saint Lucias: ein Open-Air-Museum und anschauliches Denkmal kultureller und historischer Strömungen in internationaler, ziviler, militärischer und mariner Hinsicht; gleichzeitig charakteristisch für die geschichtliche Entwicklung der gesamten Region der Westindischen Inseln.

Zuerst wurde die Insel durch die Arawak- und Carib-Indianer besiedelt, später diente sie als Piratenversteck unter Francois Le Clerc, der aufgrund seines Holzbeins als „Jambe de Bois“ bekannt wurde. Pigeon Island spielte im 18. Jahrhundert eine Schlüsselrolle in den französisch/britischen Kämpfen: 1778 war Saint Lucia in französischem Besitz, als diese den Engländern den Krieg erklärten; die Briten übten Vergeltung, indem sie die Insel eroberten. Von da an verteidigten die Briten Pigeon Island massiv, denn von hier aus konnten sie die Bewegungen der französischen Flotte im nur 30 Kilometer nördlich gelegenen Martinique mitverfolgen. Von 1909 bis 1952 war Pigeon Island Walfangstation, ehe die englische Schauspielerin Josset Agnes Hutchinson das Eiland 1937 pachtete und zehn Jahre später eine florierende Gastronomie für Segelgäste aufbaute; dank ihres Engagements hatte Pigeon Island lange den Ruf einer Paradiesinsel. 1976 kehrte Hutchinson nach England zurück.

Pigeon Island, seit 1979 geschützter Nationalpark, war ursprünglich eine Insel und wurde 1972 durch einen Damm mit dem Festland verbunden.

Heute kann der Besucher informative und erholsame Stunden auf Pigeon Island verbringen. Das Eiland ist rund 850 Meter lang und 400 Meter breit ist und hat zwei Hügel. Neben der Besichtigung der Ruinen und des Informations-Centers genießt man vom Aussichtspunkt am Gipfel von Fort Rodney aus (ca. 70 Höhenmeter, relativ leicht zu begehen, aber bitte an geschlossenes Schuhwerk denken) einen Panoramablick auf die nordwestliche Küstenlinie Saint Lucias und selbstverständlich auf Martinique. Ein noch besserer Blick bietet sich vom zweiten Hügel, Signal Point (ca. 100 Höhenmeter), allerdings ist dieser etwas mühsamer zu begehen, insbesondere in der Mittagshitze. Zwei kleine Strände laden zum Schnorcheln und Sonnenbaden ein. Hier kann man auch Snuba (eine Mischung aus Schnorcheln und Tauchen) oder Sea Trek Helmtauchen ausprobieren. Im urigen Restaurant Jambe de Bois gibt es erfrischende Getränke, Mittag- und Abendessen in nettem Ambiente zu fairen Preisen. Teilweise Livemusik.

Pigeon Island ist eine der Hauptbühnen für das jährlich ab Mai stattfindende Soleil Saint Lucia Summer Festival und ganzjährig beliebter Ausflugsort für ein Picknick. Auch für eine außergewöhnliche Hochzeit zwischen historischen Ruinen ist Pigeon Island sehr gut geeignet.

Eintritt: USD 7,00 für Erwachsene, Kinder ermäßigt

http://www.slunatrust.org/sites/pigeon-island-national-landmark